Trotz Personal-Drama: Kann sich die HSG in Steißlingen behaupten?

Trainerteam Bohn/Andersen warnt vor gefährlicher Auswärts-Hürde

Auf dem Papier scheint die Aufgabe klar verteilt: Spitzenreiter HSG Willstätt-Hanauerland gastiert am Samstagabend (20 Uhr) beim Tabellenzwölften TuS Steißlingen. Doch das Trainerteam um Michael Bohn und Ole Andersen warnt eindringlich davor, die Partie am Bodensee zu unterschätzen. „Die Tabelle täuscht“, betont Bohn. „Steißlingen war zu Saisonbeginn nicht komplett. Jetzt sind alle Spieler fit – sie sind robust, kampfstark und zu Hause extrem emotional.“

Dass die Gastgeber derzeit in Topform sind, unterstreichen die jüngsten Ergebnisse: Ein überraschender 37:33-Auswärtssieg bei der HSG Albstadt sowie ein deutlicher 42:30-Heimerfolg gegen die MTG Wangen zeigen, dass der TuS aktuell mit viel Selbstvertrauen auftritt. Mit den früher in Willstätt aktiven Sieck-Brüdern – Torhüter Leon und Kreisläufer Lennart –, dem spielstarken Mittelmann Niklas Ruß sowie dem torgefährlichen Linksaußen Samuel Wendel (mit Zweitliga-Erfahrung in Konstanz) verfügt Steißlingen über hohe individuelle Qualität. „Ein Klassespieler“, lobt Bohn Wendel.

Personalsorgen spitzen sich zu

Während Steißlingen nahezu aus dem Vollen schöpfen kann, muss die HSG Willstätt-Hanauerland erneut dezimiert antreten und improvisieren. Nun droht zusätzlich der Ausfall von Routinier Dinko Dodig, der unter der Woche krankheitsbedingt das Training abbrechen oder komplett aussetzen musste.

„Wenn Dinko auch noch ausfällt, dann gute Nacht“, sagt Bohn offen. In der Abwehr wäre sein Fehlen besonders schmerzhaft: Für den Innenblock der 6:0-Formation steht neben Luca Karic kein gelernter Ersatz bereit. Schon beim 27:30 in Weinstadt musste nach Karics früher Roter Karte improvisiert werden. Auch die 5:1-Abwehr würde ohne Dodig eine wichtige Option verlieren – hier könnte Illia Hrbelev in die vorgezogene Rolle schlüpfen.

„Disziplin, Leidenschaft und Wille – das brauchen wir“

Trotz aller Widrigkeiten bleibt das Trainerteam kämpferisch. Ein zentraler Faktor wird für Bohn und Andersen das Auftreten der Mannschaft sein:

„Disziplin und kontrollierte Emotionen werden ein ganz wichtiger Faktor in diesem Spiel sein, um uns nicht unnötig durch Zeitstrafen oder Disqualifikationen zu schwächen. Wir werden kämpfen und alles, was wir haben, in dieses Spiel legen. Leidenschaft und Wille gehören in dieser Saison zu unseren größten Stärken.“

Die HSG Willstätt-Hanauerland reist somit mit Respekt, mit personellen Herausforderungen – aber auch mit dem Selbstvertrauen eines Tabellenführers nach Steißlingen. Jetzt gilt: zusammenhalten, durchbeißen, punkten.

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