Enttäuschter Lennart Cotic nach der bitteren Niederlage in Steißlingen

HSG Willstätt-Hanauerland verliert torreiches Duell in Steißlingen – 39:37 (18:18)

Die HSG Willstätt-Hanauerland hat am Samstagabend beim TuS Steißlingen ein hochintensives Regionalligaspiel knapp mit 39:37 verloren. Trotz großer Moral und einer starken kämpferischen Leistung musste die Mannschaft ohne die erhofften Punkte die Heimreise antreten.

Schwierige Voraussetzungen – angeschlagenes Trio dennoch stark

Schon vor dem Anpfiff waren die Bedingungen alles andere als optimal:
Lennart Cotic und Moritz Schade hatten aufgrund von Verletzungen mehrere Wochen nur eingeschränkt trainieren können. Dinko Dodig war die komplette Woche krank und ging angeschlagen in die Partie. Alle drei kämpften sich dennoch durch und bildeten wichtige Stützen – allen voran Cotic, der mit 15 Toren erneut eine überragende Vorstellung bot.

Guter Start und frühe Führung

Die HSG startete druckvoll und setzte Steißlingen früh unter Druck. Nach starkem Tempospiel und konzentrierten Abschlüssen lag das Team bereits nach einer Viertelstunde mit 6:10 in Führung. Doch durch eine Reihe von Zeitstrafen verlor die HSG den Rhythmus. Steißlingen kämpfte sich Tor um Tor heran und glich kurz vor dem Pausenpfiff aus. Beim 18:18 ging es in die Kabinen.

Offensivspektakel nach der Pause – und eine bittere rote Karte

Die zweite Hälfte begann ähnlich intensiv. Beide Teams warfen im schnellen Wechsel Tore, während sich die Abwehrreihen schwer taten, Zugriff zu bekommen. Ein Knackpunkt war die Disqualifikation von Luka Karic in der 40. Minute – er sah Rot nach seiner dritten Zeitstrafe, wodurch die HSG erneut in Unterzahl agieren musste.

Steißlingen nutzte die numerischen Vorteile immer wieder aus und drehte das Spiel zwischenzeitig auf 23:21 und später 31:30, doch die HSG kämpfte sich durch Willen und individuelle Klasse immer wieder zurück ins Spiel. In der 53. Minute brachte Hreblev sein Team erneut mit 31:32 in Führung.

Intensive Schlussphase – Steißlingen trifft in den entscheidenden Momenten

Die letzten drei Minuten boten Dramatik pur:

57. Minute:
Lennart Cotic verkürzt in einer entscheidenden Phase auf 36:35, nachdem die HSG zuvor in der Abwehr zwei wichtige Ballgewinne erkämpft hatte.

58. Minute:
Ilja Kosmirak markiert den 36:36-Ausgleich, als die HSG einen klug gespielten Angriff geduldig zu Ende bringt.
Doch im direkten Gegenzug trifft Steißlingen durch Niklas Ruß zum 37:36. Der Druck steigt spürbar.

59. Minute:
Steißlingen nimmt eine Auszeit und spielt die anschließende Aktion konsequent zu Ende. Luca Wilke erhöht auf 38:36.

59:20:
Cotic hält die HSG mit seinem 15. Treffer im Spiel – 38:37. Noch ist alles möglich.

59:43:
Die Entscheidung: Nach einem schnell ausgespielten Angriff erzielt Jannik Hohlweg den Treffer zum 39:37. Es bleibt keine Zeit mehr, das Spiel erneut zu drehen.

Druck von außen – aber die Saison ist noch lang

Nach dem Spiel betonte Trainer Michael Bohn, dass die Mannschaft derzeit viel Druck spürt – nicht nur intern, sondern vor allem von außen:
Zu Beginn der Saison hatte die HSG das Ziel ausgegeben, im oberen Tabellendrittel mitzuspielen. Doch durch den sensationellen Start wurde die Mannschaft plötzlich von vielen als Favorit gesehen – eine Rolle, die intern nie beansprucht wurde.

„Es spielen noch vier, fünf andere Topteams oben mit. Der Aufstieg war nie unser Ziel. Aber durch die Ergebnisse macht man sich natürlich Gedanken – wir in der Mannschaft, aber vor allem auch draußen, wo viele Experten alles besser wissen und hinterfragen“, erklärt Bohn.

„Wir haben heute zwei Punkte verloren, mit denen wir gerechnet hatten“

Trotz der schwierigen Voraussetzungen und der couragierten Leistung überwog die Enttäuschung:


„Wir haben heute zwei Punkte verloren, mit denen wir gerechnet hatten. Glückwunsch an Steißlingen zu zwei verdienten Punkten. Die Saison ist noch lang – am Ende wissen wir, wo wir stehen. Und wenn es unter den ersten zwei Plätzen ist, freuen wir uns umso mehr“, so Trainer Michael Bohn nach dem Spiel.

TuS Steißlingen – HSG Willstätt/Hanauerland: 39:37 (18:18)

TuS Steißlingen:
Lennart Sieck (8), Jannik Hohlweg (7), Luca Wilke (6), Niklas Ruß (5), Samuel Wendel (5), Florian Riegler (4), Robin Schmidt (2), Marius Dreher (1), Philipp Klotz (1), Niklas Bartels, Philipp Leonard Schäffer, Erik Seeger, Leon Sieck, Noah Stolpa, Cedric Wiedmann, Fabian Zeller
Offizielle: Michael Brandenberger, Jürgen Herr, Christian Oexle, Marvin Storz, Daniel Weber

HSG Willstätt-Hanauerland:
Lennart Cotic (15), Illia Hreblev (11), Ilja Kosmirak (5), Dinko Dodig (3), Ajdin Alkic (1), Tristan Meder (1), Moritz Schade (1), Joffrey Bonnemberger, Maxime Duchene, Mikka Huber, Luka Karic, Fabian Reith, Gunther Zölle
Offizielle: Michael Bohn, Ole Andersen, Frederik Beker, Frank Klomfaß

Schiedsrichter: Markus Kolb, Samuel Wilhelm
Zeitnehmer: Erich Heimburger
Sekretär: Elke Minder

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