85-Tore-Spektakel in der Hanauerlandhalle: HSG verliert Thriller gegen Albstadt mit 42:43

Die HSG Willstätt-Hanauerland lieferte sich am Samstagabend ein Offensiv-Feuerwerk sondergleichen mit der HSG Albstadt. Trotz einer über weite Strecken starken Leistung musste sich die Mannschaft von Trainer Michael Bohn am Ende hauchdünn mit 42:43 (22:19) geschlagen geben. Die 400 Zuschauer sahen ein Spiel, das selbst für Willstätter Verhältnisse außergewöhnliche Intensität bot.

HSG dominiert die erste Halbzeit – Tempo ohne Verschnaufpause

Von Beginn an entwickelte sich ein rasantes Duell, in dem beide Teams im Minutentakt trafen. Willstätt fand immer besser ins Spiel und setzte sich mit hohem Tempo und konsequenten Abschlüssen ab. Besonders Lennart Cotic erwischte einen furiosen Start: Bereits nach zwölf Minuten hatte der Rückraumspieler fünf Treffer erzielt.

Doch dann der frühe Schock:
Cotic musste aufgrund von Kreislaufproblemen in die Kabine und konnte nicht mehr weiterspielen.

Auch „La Mauer“ Maxime Duchene, der die gesamte Woche krank gewesen war und nicht trainiert hatte, konnte die HSG nicht wie gewohnt mit seinen Paraden im Tor unterstützen. Er saß zwar auf der Bank, war aber nicht spielfähig. Trotz dieser frühen Einschränkungen bot die HSG eine beeindruckende erste Hälfte und führte zur Pause verdient mit 21:19.

Sechs-Tore-Vorsprung – dann brechen die Kräfte weg

Nach Wiederanpfiff knüpfte die HSG zunächst an die starke Leistung an und baute ihre Führung bis zur 42. Minute auf 32:26 aus. Doch die personellen Ausfälle forderten mit zunehmender Spieldauer ihren Tribut.
In der zweiten Halbzeit musste erst Luka Karic verletzungsbedingt passen, wenig später erwischte es auch Moritz Schade, der nach zwei Treffern ebenfalls nicht weiterspielen konnte.

Die defensive Stabilität litt spürbar darunter – und Albstadt nutzte jede sich bietende Gelegenheit.

„Dann war unser Rückzugsverhalten nicht mehr optimal. Es ging Schlag auf Schlag, wir mussten nach jedem eigenen Tor sofort umschalten und zurücksprinten. Es blieb absolut keine Verschnaufpause.“
– Trainer Michael Bohn

Der Wendepunkt: Vom 36:33 zum 37:39 in nur vier Minuten

Als Kosmirak in der 50. Minute das 36:33 erzielte, schien die HSG trotz aller Ausfälle noch auf Siegkurs. Doch innerhalb kürzester Zeit kippte das Spiel komplett.
Albstadt nutzte Willstätts mangelnden Zugriff im Rückzug konsequent aus und legte einen 6:1-Lauf hin. Nur vier Minuten später stand es plötzlich 37:39 – ein Wendepunkt, der die Hausherren in eine hektische Schlussphase zwang.

Dramatik pur in der Schlussminute

Die HSG kämpfte sich noch einmal tapfer zurück. Nach dem 40:41 durch Hreblev und dem 41:41-Ausgleich durch Bonnemberger war wieder alles offen.

Dann jedoch die spielentscheidende Szene:

In Minute 58:45 erhielt Dinko Dodig eine 2-Minuten-Zeitstrafe – genau in einem Moment, in dem die Partie auf der Kippe stand. Albstadt nutzte die Überzahl eiskalt aus, traf zum 41:42 und setzte nach dem zwischenzeitlichen 42:42-Ausgleich, durch den Strafwurf von Illia Hreblev, der HSG den letzten Stich:

Mit dem Treffer zum 42:43 wenige Sekunden vor Schluss entschied Gregor Thomann das Spiel zugunsten der Gäste.

„Wir müssen komplett und fit sein, um solche Spiele zu gewinnen. Wenn deine Mannschaft nach 45 Minuten auseinanderbricht und ihre eigentliche Stärke – die Abwehr, die sie normalerweise ausmacht – nicht mehr vorhanden ist, dann verlierst du so ein Spiel in den letzten paar Minuten.“
Trainer Michael Bohn


HSG Willstätt/Hanauerland – HSG Albstadt: 42:43 (22:19)

HSG Willstätt/Hanauerland:
Illia Hreblev (9), Dinko Dodig (7), Ilja Kosmirak (6), Lennart Cotic (5), Ajdin Alkic (4), Joffrey Bonnemberger (4), Moritz Schade (3), Lucas Limouzin (2), Tristan Meder (2), Maxime Duchene, Luka Karic, Fabian Reith, Gunther Zölle,
Offizielle: Michael Bohn, Ole Andersen, Frederik Beker, Frank Klomfaß,

HSG Albstadt:
Gregor Thomann (12), Fabian Mayer (7), Lasse Fuchs (5), Julian Thomann (5), Noa-Gabriel Alilovic (3), Dennis Fuoß (3), Patrick Lebherz (3), Tim Bänsch (2), Fynn Menzel (2), Magnus Betz (1), Edis Camovic, Elias Flügel, Simon Flügel, Samuel Hartmann, Vladimir Tadic,
Offizielle: Susanne Bringazi, Lilli Bänsch, Tobias Exner, Tobias Hilsenbeck,

Schiedsrichter: Arno Kolbach, Sascha Oestringer
Zeitnehmer: Elke Minder
Sekretär: Martin Fien

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