Wahnsinn in Waiblingen! „La Mauer“ Duchêne hält alles und trägt die HSG zum Auswärtssieg

Schon vor dem Anpfiff war klar: Für die HSG Willstätt-Hanauerland würde dieses Auswärtsspiel eine Mammutaufgabe werden.
Die Liste der Ausfälle war lang und schmerzhaft:
Topscorer Lennart Cotic (krank), Top-Kreisläufer Moritz Schade (Schulter), sowie Youngster Tristan Meder (Leistenbruch) standen nicht zur Verfügung.
Dazu ging Luka Karic (Schulter) angeschlagen in die Partie.

Und doch sollte dieser Nachmittag ein eindrucksvoller Beweis werden, wozu dieses Team fähig ist.

La Mauer – ein menschlicher Betonblock

Was Maxime „La Mauer“ Duchêne an diesem Tag aufs Parkett brachte, war schlicht außergewöhnlich.
25 Paraden, pure Präsenz und ein Timing, das die Waiblinger Angreifer zur Verzweiflung trieb.

Trainer Michael Bohn brachte es nach dem Abpfiff begeistert auf den Punkt:
„Das war Wahnsinn. Der Sieg gehört Dusch.“

Doch selbst der gegnerische Torhüter verdient Erwähnung – denn auch Levin Stasch im VfL-Tor lieferte ein herausragendes Spiel.

Statement von Abwehrtrainer Ole Andersen

Abwehrcoach Ole Andersen fasste das Spektakel mit einem ehrlichen Lächeln zusammen:

„Es war ein ganz komisches Spiel mit Höhen und Tiefen und einer unglaublichen Abwehrleistung im Verbund mit einem wahnsinnigen Torwart. Wobei auch der Levin Stasch im Gästetor einen Wahnsinns-Job gemacht hat.“

Sein Satz beschreibt perfekt, was dieses Spiel geprägt hat: Chaos, Kampf und kollektive Leidenschaft.

Trotz Personalnot: Powerstart mit Herz und Leidenschaft

Die HSG startete mutig und schnörkellos ins Spiel.
Nach dem 2:2 zogen die Hanauerländer auf 5:2 und 6:3 davon, getragen von starkem Kombinationsspiel und klaren Aktionen.

Doch dann begann das Wechselbad: vergebener Siebenmeter, liegen gelassene freie Chancen – und Waiblingen kam zurück.
Über 7:7 und 9:9 bis hin zu einer kurzzeitigen 10:9-Führung.

Mit 12:12 ging es in die Pause – ein Spiegelbild eines Halbzeitverlaufs voller Licht und Schatten.

Einbruch, Verletzungsschock – und ein Spiel, das zu kippen drohte

Kurz nach Wiederanpfiff dann der nächste Rückschlag:
Luka Karic, ohnehin angeschlagen, musste mit erneut aufbrechender Schulterverletzung vom Feld.
Waiblingen nutzte das und setzte sich über 18:15 auf 24:20 (45.) ab.

Für viele schien das Spiel entschieden.
Auch Headcoach Bohn gab später offen zu:


„Da schien das Spiel schon weg.“

Die Wende: Duchêne verriegelt das Tor – und die HSG dreht auf

Doch die HSG besitzt einen besonderen Charakter.
Und einen Torhüter in absoluter Überform.

Maxime Duchêne machte das Tor endgültig zum Sperrgebiet.
Die Abwehr arbeitete geschlossen, jeder Block, jeder Ballgewinn riss die Mannschaft weiter nach vorne.

Ein unglaublicher 7:0-Lauf katapultierte die HSG vom 20:24 zum 27:24 (51.).
In dieser Phase trafen Dodig und Bonnemberger sogar in Unterzahl ins leere Tor, Alkic und Limouzin übernahmen Verantwortung, und das Team spielte wie entfesselt.

Drama pur: Rote Karte, Ausgleich, Herzschlagfinale

Doch das Drama hatte noch mehrere Kapitel:

Beim Stand von 26:27 sah der bisher überragende Ilja Kosmirak – bis dahin mit sieben Toren einer der auffälligsten Spieler – nach einem Gegenstoß-Rempler die Rote Karte.
In Unterzahl kassierte die HSG direkt den 27:27-Ausgleich – erneut ins leere Tor.

Beide Teams schenkten sich nichts mehr.
Alkic brachte die HSG in Führung – 27:28.
Waiblingen glich erneut aus – 28:28.

Der Moment der Nerven: Hreblev übernimmt Verantwortung

20 Sekunden vor Schluss wird Joffrey Bonnemberger klar gefoult – Siebenmeter.

Und ausgerechnet Illia Hreblev, der zuvor zwei Strafwürfe inklusive Nachwurf vergeben hatte, stellt sich der Verantwortung.

Er atmet tief ein.
Wirft.
Und trifft. 29:28.

Die letzten Sekunden verteidigte die HSG mit purer Entschlossenheit – dann brach der Jubel aus.

Lob für das Schiedsrichtergespann

In einem so hitzigen Spiel verdienen auch die Unparteiischen ein besonderes Lob.
Die beiden Schiedsrichter behielten stets eine klare Linie, ließen sich von der Atmosphäre nie beeinflussen und zeigten eine starke, souveräne Leistung auf beiden Seiten.
Ein wichtiger Faktor, warum dieses Spiel trotz hoher Intensität stets fair blieb.

Fazit – Ein Sieg des Willens, des Charakters und des Teams

Mit diesem Auswärtserfolg springt die HSG wieder an die Tabellenspitze und sendet ein Zeichen an die Liga:
Selbst in Notbesetzung, mit angeschlagenen Spielern und gegen einen starken Gegner – diese Mannschaft besitzt Herz, Mut und ein außergewöhnliches Kollektiv.

Und mit einem Torwart wie Maxime Duchêne sind selbst die größten Hürden nicht unüberwindbar.

Das kommende Topspiel gegen Weinsberg kann kommen.


VfL Waiblingen Handball:
Niklas Leukert (9), Martin Lübke (7), Sören Schmid (4), Lion Haase (2), Tobias Maurer (2), Lukas Ader (1), Nick Bischoff (1), David Schröder (1), Levin Stasch (1), Holger Mayer, Evgeni Prasolov, Hannes Schönemann
Offizielle: Susanne Leithner, Alexej Prasolov-Beer

HSG Willstätt-Hanauerland:
Ilja Kosmirak (7), Ajdin Alkic (5), Joffrey Bonnemberger (5), Dinko Dodig (4), Illia Hreblev (3), Lucas Limouzin (3), Luka Karic (2), Maxime Duchene, Yasin Harbi, Mikka Huber, Fabian Reith, Gunther Zölle
Offizielle: Michael Bohn, Ole Andersen, Frederik Beker, Frank Klomfaß

Schiedsrichter: Dirk Olbert, Tim Seils
Zeitnehmer: Rainer Grüninger
Sekretär: Elke Minder

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