Im Spitzenspiel der Männer-Regionalliga musste die HSG Willstätt-Hanauerland am Samstagabend eine deutliche 32:42-Niederlage beim nun alleinigen Tabellenführer TSV Weinsberg hinnehmen. Dabei waren die Vorzeichen schon vor dem Anpfiff alles andere als günstig: Trainer Michael Bohn reiste mit einem personell stark ausgedünnten Kader an – und im Laufe der Partie kamen weitere Rückschläge hinzu.
Guter Start trotz Notbesetzung
Vor rund 500 Zuschauern in der Weibertreuhalle präsentierte sich die HSG zunächst mutig. Die junge Mannschaft begann konzentriert, suchte geduldig ihre Chancen und lag nach elf Minuten durch Treffer von Ilja Kosmirak und Yasin Harbi sogar mit 5:4 in Front.
Doch genau in dieser Phase nahm das Unheil seinen Lauf: Erst musste Linkshänder Ilja Kosmirak verletzt raus, kurz darauf erwischte es auch Linksaußen Dinko Dodig. Beide hatten bis dahin je zweimal getroffen – und mit ihrem Ausfall verlor die HSG praktisch ihre komplette linke Angriffsseite und einen wichtigen Baustein ihres Innenblocks in der 6:0-Abwehr.
„Wir konnten unsere Ausfälle nicht ersetzen. Unsere Waffen blieben stumpf“, stellte Michael Bohn später klar.
Weinsberg dreht das Spiel – und zieht davon
Die HSG brauchte einige Minuten, um sich neu zu sortieren – Weinsberg nutzte diese Schwächephase eiskalt. Angeführt vom starken Kreisläufer Din Kandic (7 Treffer) erzielte der TSV sechs Tore in Serie und drehte die Partie zum 10:5.
Die improvisierte Abwehr der HSG bekam das variable Kreisspiel der Weinsberger in dieser Phase nicht in den Griff. Auch im Angriff fehlten nach den weiteren Ausfällen zunehmend die Alternativen, zumal ohnehin schon Leistungsträger wie Lennart Cotic, Moritz Schade und Luka Karic nicht dabei sein konnten.
Bis zur Halbzeit wuchs der Rückstand auf 14:22 an.
HSG zeigt Moral – Hreblev überragt
Nach dem Seitenwechsel suchte die HSG nach Lösungen – und fand zumindest einige spielerische Antworten. Mit dem siebten Feldspieler gelang es immer wieder, Druck auf die Weinsberger Deckung aufzubauen. Nutznießer war vor allem Rechtsaußen Illia Hreblev, der mit 11 Toren (davon 6 per Siebenmeter) zum besten Schützen der Partie avancierte.
Auch die A-Jugendlichen Yasin Harbi, Aron Zimmermann und Tristan Meder – letzterer bis zu seiner eigenen Verletzung fünf Minuten vor Schluss – machten ihre Sache hervorragend. Harbi zeigte am Kreis eine starke Laufbereitschaft und traf dreimal, Zimmermann setzte im Rückraum immer wieder Akzente.
Zwischen den Pfosten sorgte in Hälfte zwei Torwart Gunter Zölle für einige wichtige Paraden und half, die Niederlage im Rahmen zu halten.
Am Ende gehen die Kräfte aus
Trotz aller Mühen konnte die HSG den Vorsprung des Tabellenführers nicht mehr entscheidend verkürzen. Weinsberg blieb in seinem hohem Tempo konsequent und traf bis zum Schluss regelmäßig aus dem Rückraum und über den Kreis. Mit 42 Gegentoren offenbarte sich zwar die Not in der Abwehr – gleichzeitig war sie aufgrund der personellen Lage kaum anders zu lösen.
„Weinsberg hat eine Top-Mannschaft, die ein super Tempo geht“, zollte Bohn dem Gegner Respekt. „Ich bin froh, wenn die Pause kommt.“
Blick auf die kommenden Aufgaben
Durch die Niederlage rutscht die HSG Willstätt-Hanauerland auf Rang vier der Tabelle ab. Am kommenden Samstag steht nun das letzte Spiel des Jahres an – zuhause gegen die HSG Ostfildern. Danach geht es erst im Januar weiter, erneut vor heimischem Publikum, gegen den HC Neuenbürg.
Trotz der widrigen Umstände in Weinsberg zeigte das Rumpfteam Moral, Kampfgeist und das klare Signal: Sobald die Verletzten zurück sind, wird die HSG wieder voll angreifen.
TSV 1866 Weinsberg: Din Kandic (7), Maximilian Zeisler (5), Nicolas Ehrlich (4), Samuel Schmid (4), Tim Titzmann (4), Manuel Weber (4), Nils Eilers (3), Dean Köhler (3), Miko Schimoneck (3), Jonas May (2), Luca Kazmeier (1), Stefan Koppmeier (1), Paul Rieser (1), Nicolas Koch, Nils Pröllochs Offizielle: Edin Hadzimuhamedovic, Michael Kaluza, Stefan Martin, Oliver Rieth
HSG Willstätt-Hanauerland: Illia Hreblev (11), Joffrey Bonnemberger (5), Lucas Limouzin (4), Yasin Harbi (3), Ajdin Alkic (2), Dinko Dodig (2), Ilja Kosmirak (2), [Name nicht verfügbar] (2), Fabian Reith (1), Maxime Duchene, Mikka Huber, Tristan Meder, Gunther Zölle
Offizielle: Michael Bohn, Ole Andersen, Frederik Beker, Frank Klomfaß
Schiedsrichter: Benedikt Franz, Dennis Wießmeyer
Zeitnehmer: Benjamin Müller
Sekretär: Elke Minder






