Die HSG Willstätt-Hanauerland 2 hat am Sonntagabend ein echtes Handball-Drama für sich entschieden. Mit 31:30 siegte die extrem junge Mannschaft in der Saalbachhalle Gondelsheim – dank großer Moral, taktischer Cleverness und einem perfekt ausgespielten letzten Angriff.
Besonders bemerkenswert:
Bis auf David Knezovic, Louis Welle und Julijan Mali (U23) bestand der komplette Kader aus A-Jugendlichen, die bereits am Vortag 60 Minuten oder sogar in der Regionalliga bei der HSG1 im Einsatz waren.
Spielverlauf: Energie, Kampf und Führungswechsel
Die Partie begann mit hoher Intensität. Gondelsheim ging mehrfach in Führung, doch unsere Mannschaft hielt über Huber, Zimmermann und Rebus konsequent dagegen. Unterstützt vom sicherer werdenden Abwehrblock übernahm die HSG ab Mitte der ersten Halbzeit das Kommando.
David Knezovic führte das Team mit neun Treffern und klugen Entscheidungen durch die Begegnung. Mit einer 17:15-Führung ging es in die Pause.
In der zweiten Halbzeit setzte Gondelsheim alles daran, das Spiel zu drehen. Zwar erarbeiteten wir uns erneut eine Drei-Tore-Führung, doch die Gastgeber kämpften sich zurück. Beim 27:27 war die Partie wieder völlig offen. In einer hektischen Schlussphase wechselte die Führung mehrfach.
Torhüterduo punktet – Rebus dirigiert
Großen Anteil am späteren Erfolg hatten die beiden Torhüter:
- Louis Welle hielt in der ersten Halbzeit mehrfach spektakulär und stabilisierte die Defensive.
- Julijan Mali glänzte nach dem Seitenwechsel mit starken Paraden und hielt die HSG in der heißen Phase im Spiel.
In der Offensive führte Nikola Rebus über 60 Minuten klug Regie. Er setzte Harbi und Huber immer wieder hervorragend in Szene und war auch in der Schlussphase ein zentraler Faktor.
Ein Schlüsselmoment:
Der Steal von Huber, den er selbst zur 29:30-Führung vollendete – eine Szene, die dem Spiel eine entscheidende Wendung gab.
Der letzte Angriff: Ein Lehrbuch-Beispiel
Beim Stand von 30:30 (57:59) nahm der TV Gondelsheim Momentum auf. Doch Interimscoach Laurin Ehret, der den beruflich verhinderten Manuel Schaub vertrat, behielt die Ruhe.
Bei 59:29 nahm Ehret die Auszeit. Seine Vorgabe war klar – und wurde beeindruckend präzise umgesetzt:
- Die HSG räumt die linke Seite kurz frei.
- Rebus zieht ins Eins-gegen-eins und bindet die Abwehr.
- Im perfekten Moment legt er ab auf Mikka Huber.
- Huber steigt hoch – und hämmert den Ball zum 30:31-Siegtreffer ins Netz.
Die letzten Sekunden verteidigte die HSG mit voller Entschlossenheit. Dann der Abpfiff – und grenzenloser Jubel.
Stimmen zum Spiel
Laurin Ehret (Interimscoach):
„Das war eine wahnsinnige Mannschaftsleistung. Die Jungs haben trotz der Doppelbelastung unglaublich abgeliefert. Wir haben in den letzten Sekunden genau den Plan umgesetzt, den wir in der Auszeit besprochen haben.“
David Knezovic (Kapitän/Co-Trainer):
„Unsere Torhüter waren überragend, und Rebus hat das Spiel großartig geführt. Am Ende war es der Wille, der uns den Sieg gebracht hat.“
Fazit
Die HSG Willstätt-Hanauerland 2 setzt mit diesem Last-Second-Erfolg ein Ausrufezeichen.
Ein Sieg, der zeigt, wie viel Qualität, Mut und Zusammenhalt in dieser jungen Mannschaft steckt – und wie breit und stark der Unterbau der HSG inzwischen aufgestellt ist.
TV Gondelsheim: Dirk Walz (10), Lukas Winkler (9), Max Waltert (4), Mika Schwenk (3), André Teichmann (2), Fabian Schmidt (1), Tobias Werner (1), Kai Aaron Andräs, David Bauer, Frederik Hein-Talmon, Christian Mangei, Silas Neumann, Luis Schubert
Offizielle: Dennis Bergdolt
HSG Willstätt/Hanauerland: David Knezovic (9), Mikka Huber (7), Nikola Damir Rebus (5), Aron Zimmermann (5), Yasin Harbi (3), Timon Fuchs (1), Tristan Meder (1), Oscar Goerger, Moritz Gutmann, Julijan Mali, Enrico Retz, Lorenz Schmid, Louis Welle
Offizielle: Laurin Ehret
Schiedsrichter: Ralf Malchow, Axel Wrtal
Zeitnehmer: Timo Walz
Sekretär: Fuchs Kilian






