Die HSG Willstätt-Hanauerland hat am Samstag eindrucksvoll Moral bewiesen und bei FA Göppingen 2 einen hart erkämpften 31:33-Auswärtssieg eingefahren. Die Voraussetzungen waren alles andere als optimal: Der Kader war ohnehin schon klein, Unterstützung aus der C-Jugend stand diesmal nicht zur Verfügung, und Torhüter Paul Jäger half zeitgleich in der A-Jugend aus – wo er bemerkenswerterweise sogar zu den feldtorstärksten Spielern gehörte.
Starker Beginn, erster Rückschlag – und dann ein 4:0-Lauf
Die HSG erwischte den besseren Start: Till Ziegler eröffnete den Torreigen, danach zeigte sich vor allem Lukas Rein treffsicher. Dennoch ging Göppingen nach rund zehn Minuten mit 7:5 erstmals in Führung.
Was folgte, war die erste starke Phase des HSG-Teams: Ein 4:0-Lauf – ausgelöst durch Bernhart, Zimmermann, Rupp und Aupperle – drehte die Partie und zwang Göppingen zur frühen Auszeit. Doch die HSG blieb am Drücker: Vor allem Toni Aupperle zeigte sich nervenstark vom Siebenmeterpunkt, während Tom Giese und Ben Scheid wichtige Akzente setzten.
Kurz vor der Pause zog die HSG erneut mit einem kleinen Zwischenspurt davon und nahm eine 17:14-Führung mit in die Kabine.
Göppingen stellt um – holpriger Start in Hälfte zwei
Nach dem Wiederanpfiff hatte die HSG zunächst Probleme mit der taktischen Umstellung der Gastgeber. Göppingen variierte geschickt zwischen offensiver und defensiver Abwehr, was den Spielfluss der HSG störte.
Die Partie wurde hektischer, Strafzeiten auf beiden Seiten sorgten für zusätzliche Unruhe. Dennoch hielt die HSG ihren Vorsprung – besonders dank Tom Giese, der in dieser Phase mehrfach Verantwortung übernahm und sich am Ende mit insgesamt sieben Treffern zum HSG-Topscorer krönte.
Vom sicheren Sieg zum Drama – Göppingen holt in 4 Minuten ein 26:31 auf
Fünf Minuten vor Schluss sah alles nach einer Entscheidung aus: Die HSG führte 31:26, hatte das Spiel eigentlich im Griff und profitierte von einer starken Teamleistung, in der sich fast alle Feldspieler in die Torschützenliste eintragen konnten.
Doch plötzlich kippte das Momentum: Göppingen startete einen furiosen 5:0-Lauf und glich tatsächlich zum 31:31 aus. Die Halle wurde lauter, die Nervosität stieg – und das Spiel stand komplett auf der Kippe.
Auszeit – durchatmen – Sieg sichern
Die HSG reagierte besonnen, Trainer Dominik Minder nahm eine Auszeit und stellte das Team neu ein. Was danach folgte, war pure Willenskraft:
- Tom Giese erzielte das 31:32 – eiskalt und zum perfekten Zeitpunkt.
- Nur wenige Sekunden später setzte Lukas Rein den entscheidenden Treffer zum 31:33-Endstand.
Die letzten Angriffe Göppingens wurden abgewehrt, und nach 50 intensiven Minuten stand ein verdienter, aber hart erkämpfter Auswärtssieg fest.
Trainer-Fazit von Dominik Minder
„Das Spiel war extrem schwer für uns. Ein, zwei Spieler hatten nicht ihren besten Tag, dazu kam der kleine Kader auf beiden Seiten. Trotzdem haben wir verdient gewonnen, auch wenn es viele Höhen und Tiefen gab. Jetzt freuen wir uns auf das nächste Duell gegen den Tabellennachbarn aus Bietigheim – das wird sicher erneut eine große Herausforderung.“






