Am Ende zählte für die HSG Willstätt/Hanauerland vor allem eines: die zwei Punkte. In einem über weite Strecken zähen und nervenaufreibenden Regionalliga-Spiel setzte sich die HSG am Samstagabend vor heimischer Kulisse in der Hanauerlandhalle mit 37:36 (19:19) gegen den TV Neuhausen/E. durch. Ein Sieg, der hart erarbeitet war – und der die Willstätter in der Tabelle sogar auf Rang drei nach vorne brachte.
Dabei sah es lange Zeit nicht nach einem erfolgreichen Handballabend aus. Die HSG fand nur schwer in die Partie, wirkte in den Anfangsminuten ungewohnt passiv und ließ dem Tabellen-14. aus Neuhausen zu viele Freiräume. Zwar erzielte Dinko Dodig früh das 1:0, doch danach übernahmen die Gäste zunehmend die Kontrolle. Vor allem die wurfgewaltigen Halbspieler Felix Stahl und Patrik Letzgus stellten die Hanauerländer Defensive immer wieder vor Probleme. Neuhausen zog Tor um Tor davon und stellte nach 23 Minuten auf 11:16 aus HSG-Sicht.
Erst ein entscheidender taktischer Kniff brachte die Wende. Nach einer Zeitstrafe gegen Letzgus stellte das Trainerteam um Michael Bohn die Abwehr von 6:0 auf eine offensive 5:1-Formation um – mit Mikka Huber an der Spitze. Plötzlich war mehr Bewegung, mehr Aggressivität und mehr Zugriff im Spiel der Gastgeber. Die HSG nutzte den Schwung, verkürzte durch Treffer von Illia Hreblev, Ilja Kosmirak und Dodig und kämpfte sich Schritt für Schritt zurück. Ajdin Alkic erzielte kurz vor der Pause den viel umjubelten 18:18-Ausgleich, ehe es mit 19:19 in die Kabinen ging.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die HSG deutlich fokussierter. Hreblev markierte direkt die erste Führung seit dem frühen 1:0, und auch wenn Neuhausen weiter dagegenhielt, übernahmen die Willstätter nun mehr Verantwortung. Angeführt von einem treffsicheren Dodig (acht Tore), einem starken Hreblev (ebenfalls acht Treffer) und dem agilen Alkic erspielte sich die HSG mehrfach einen Vorsprung. Über 27:24 und 34:30 schien das Spiel in der Schlussphase auf einen sicheren Heimsieg zuzusteuern.
Doch auch diesmal machte es die HSG unnötig spannend. Eine Zeitstrafe gegen Dodig knapp zwei Minuten vor dem Ende und eine offene Manndeckung der Gäste brachten noch einmal Unruhe ins Spiel. Innerhalb weniger Sekunden schrumpfte der Vorsprung von drei Toren zusammen, Neuhausen kam bis auf 37:36 heran. Erst der Schlusspfiff erlöste Spieler, Trainer und Fans in der Hanauerlandhalle.
„Hauptsache gewonnen“, brachte es Trainer Michael Bohn nach der Partie auf den Punkt, sparte aber nicht mit Kritik an der Anfangsphase. Auch Kreisläufer Moritz Schade sprach offen von einem Einstellungsthema und davon, dass man sich diesen Sieg „selbst schwer gemacht“ habe.
Unterm Strich stehen jedoch zwei wichtige Punkte, der Sprung auf Tabellenplatz drei und der Kontakt zur Spitzengruppe der Regionalliga. Bevor nun drei schwere Auswärtsspiele in Folge warten, durfte die HSG zumindest kurz durchatmen – wissend, dass es künftig wieder über 60 Minuten die richtige Einstellung braucht.
HSG Willstätt-Hanauerland: Dinko Dodig (8), Illia Hreblev (8), Ajdin Alkic (6), Lucas Limouzin (4), Joffrey Bonnemberger (3), Ilja Kosmirak (3), Mikka Huber (2), Moritz Schade (2), Luka Karic (1), Maxime Duchene, Yasin Harbi, Nikola Damir Rebus, Fabian Reith, Lorenz Schmid, Aron Zimmermann, Gunther Zölle
Offizielle: Ole Andersen, Frederik Beker, Michael Bohn, Frank Klomfaß
TV 1893 Neuhausen/E.: Patrik Letzgus (10), Felix Stahl (10), Matthias Götz (6), Nadim Brockhaus (3), Valentin Mosdzien (3), Frieder Nothdurft (2), Max Streubel (1), Alexander Symanzik (1), Julius Haug, Benjamin Hauptvogel, Oliver Pohr, Marc Vogel
Offizielle: Patrick Bauer, Manuel Bauer, Anja Goller, Toni Lutter, Michael Schröter
Schiedsrichter: Bärbel Hönes, Sabrina Müller
Zeitnehmer: Elke Minder
Sekretär: Nikolaus Pohr






