Ein echtes Spitzenspiel wartet am Samstagabend auf die HSG Willstätt-Hanauerland: Um 20:00 Uhr gastiert der Tabellendritte der Handball-Regionalliga beim TSV Heiningen. Beide Teams stehen mit 24 Punkten dicht beieinander – lediglich zwei Minuspunkte trennen die Ortenauer (24:12) vom Tabellenvierten aus dem Landkreis Göppingen (24:14).
Willstätts Trainer Michael Bohn blickt mit großem Respekt auf den kommenden Gegner. „Heiningen hat einen super Lauf, ist die Mannschaft der Stunde“, sagt der 53-jährige Ex-Bundesligaspieler. Tatsächlich sind die Schwaben seit sechs Spielen ungeschlagen und feierten zuletzt fünf Siege in Serie. Besonders beeindruckend war der 33:25-Auswärtserfolg bei der SG Weinstadt, die zuvor in dieser Saison – und im gesamten Jahr 2025 – zu Hause unbesiegt gewesen war.
Für die HSG beginnt mit der Partie in Heiningen eine intensive Phase mit drei Auswärtsspielen in Folge. Nach dem Duell beim TSV warten noch Reisen nach Schwäbisch Gmünd (Tabellenfünfter/23:11 Punkte) und zum TV Plochingen (15./6:30 Punkte). Dennoch versucht Bohn, den Blick von der Tabelle fernzuhalten: „Wir müssen uns auf uns konzentrieren. Wir brauchen wieder mehr Stabilität und mehr Konstanz in unserer Leistung.“ Hintergrund ist vor allem die enttäuschende 23:29-Niederlage vor zwei Wochen bei der SG Heddesheim, bei der seine Mannschaft nie richtig ins Spiel fand.
„Da waren wir nicht locker und irgendwann gelähmt. Wir haben kein Bein auf den Boden bekommen“, erinnert sich der Trainer.
Mut macht jedoch der Blick auf das Hinspiel. Mitte Oktober setzte sich die HSG in eigener Halle mit 39:36 gegen Heiningen durch – trotz zahlreicher Rückschläge. Neben den Ausfällen von Kreisläufer Moritz Schade (Grippe) und Linkshänder Lucas Limouzin musste Willstätt schon vor der Pause Abwehrspieler Luka Karic (verletzt) sowie Spielmacher Joffrey Bonnemberger (Rote Karte) ersetzen. In der Schlussphase sah zudem Rückraumspieler Ajdin Alkic die Rote Karte.
„Das war ein Sieg des Willens“, hatte Bohn den Erfolg damals treffend zusammengefasst.
Ein Schlüssel zum Hinspielsieg waren die Lösungen gegen die aggressive 3:2:1-Abwehr der Heininger. Überragender Akteur war dabei Lennart Cotic mit 14 Treffern. Der Halblinke fehlt am Samstag allerdings weiterhin: Der 24-Jährige laboriert seit Wochen an Pfeifferschem Drüsenfieber, befindet sich aber auf dem Weg der Besserung. „Langsam habe ich wieder mehr Energie“, hofft Cotic bald auf die Rückkehr ins Training.
Neben ihm muss Bohn lediglich auf Youngster Tristan Meder (Leisten-OP) verzichten. Damit steht nahezu derselbe Kader zur Verfügung wie zuletzt beim knappen 37:36-Heimsieg gegen den TV Neuhausen. „Vielleicht verhilft uns das zu mehr Stabilität“, so Bohn. Stabilität wird auch nötig sein, um die Stärken der Gastgeber in den Griff zu bekommen. Besonders das Rückraum-Duo Nick und Felix Kohnle-Bürden sorgt für viel Gefahr, während Linksaußen Moritz Fink – ausgebildet beim Bundesligisten FRISCH AUF! Göppingen – als Topscorer hervorsticht.
Die Voraussetzungen für ein intensives, hochklassiges Regionalliga-Duell sind damit gegeben. Spannung ist garantiert, wenn zwei direkte Verfolger am Samstagabend um wichtige Punkte im Aufstiegsrennen kämpfen.






