Die HSG Willstätt-Hanauerland musste am Freitagabend beim formstarken TSV Heiningen 1892, der mit fünf Siegen in Folge im Rücken antrat, eine 27:38-Niederlage hinnehmen. Das Endergebnis spiegelt jedoch nur bedingt wider, wie viel Aufwand und Einsatz die Mannschaft von Trainer Michael Bohn über 60 Minuten betrieben hat.
Die Vorzeichen waren alles andere als ideal: Neben Linksaussen und Abwehrstütze im Mittelblock Dinko Dodig, der krankheitsbedingt (Grippe) passen musste, fehlte auch Topscorer Lennart Cotic, der weiterhin laboriert und ebenfalls nicht zur Verfügung stand. Dennoch war die Marschroute klar. Willstätt wollte von der ersten Minute an voll da sein – und genau das setzten die Jungs auch um.
Allein die Chancenverwertung ließ zu Beginn zu wünschen übrig. Zwar erspielte sich die HSG früh mehrere hochkarätige Möglichkeiten, doch es dauerte sechs Minuten, ehe der Ball erstmals im Tor der Gastgeber zappelte. Heiningen nutzte diese Phase konsequent aus. Beim Stand von 6:1 nach zehn Minuten sah sich Michael Bohn bereits zur ersten Auszeit gezwungen. Doch auch diese brachte zunächst nicht den gewünschten Effekt. Die Gastgeber zogen weiter davon, sodass Bohn beim 12:3 bereits seine zweite Auszeit nehmen musste. Erst danach stabilisierte sich das Spiel der HSG etwas, dennoch stand es nach 20 Minuten 13:3.
Bohn analysierte die Anfangsphase treffend:
„Wir haben von Minute eins an das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Die Jungs haben es auch richtig gut gemacht. Wir hatten elf hundertprozentige Chancen in den ersten 20 Minuten blitzsauber erkämpft und herausgespielt – doch leider fehlten ein paar Prozent im Abschluss, um uns dafür zu belohnen.“
Ab der 21. Minute gestaltete sich die Partie ausgeglichen. Willstätt ließ sich trotz des Rückstands nicht hängen, kämpfte weiter und zeigte, dass die Mannschaft auch gegen einen ambitionierten Gegner mithalten kann. Doch gegen den körperlich und technisch hervorragend ausgebildeten Unterbau des Bundesligisten FRISCH AUF! Göppingen, der die 3. Liga fest im Visier hat, ist ein Rückstand von zehn Toren kaum aufzuholen.
Hinzu kam weiteres Verletzungspech: Ajdin Alkic musste bereits in der ersten Halbzeit mit einem schmerzhaften Pferdekuss aufgeben. Mitte der zweiten Halbzeit erwischte es dann auch Mikka Huber, der unglücklich fiel und sich vermutlich an der Kniescheibe verletzte – auch für ihn war das Spiel vorzeitig beendet.
Trotz aller Widrigkeiten zeigte die HSG vor allem nach der Pause Moral. Die zweite Halbzeit ging mit nur einem Tor verloren, was Trainer Bohn besonders hervorhob:
„Die zweite Halbzeit haben wir dann mit einem Tor verloren – obwohl bei den Jungs das Minus zehn in den Köpfen hing.“
Am Ende stand eine verdiente Niederlage gegen einen Gegner in starker Form. Einsatz, Spielidee und Moral stimmten bei der HSG Willstätt-Hanauerland – nun gilt es, an der Effizienz zu arbeiten und die angeschlagenen Spieler schnellstmöglich wieder ins Team zu integrieren.
TSV Heiningen 1892: Moritz Fink (9), Nick Kohnle (8), Felix Kohnle (5), Finn Krempl (4), Janick Höer (3), Tony Abele (2), Tassilo Neudeck (2), Chris Zöller (2), Tobias Bauch (1), Manuel Weinbuch (1), Felix Weißer (1), Henry Allgaier, Yanik Braun, Talha-Emre Kabak, Lenni Schreitmüller
Offizielle: Anita Gerasia, Hagen Gunzenhauser, Mike Wolz
HSG Willstätt-Hanauerland: Aron Zimmermann (6), Illia Hreblev (4), Mikka Huber (4), Lucas Limouzin (4), Ilja Kosmirak (3), Fabian Reith (2), Ajdin Alkic (1), Joffrey Bonnemberger (1), Luka Karic (1), Moritz Schade (1), Maxime Duchene, Gunther Zölle
Offizielle: Michael Bohn, Ole Andersen, Frederik Beker, Frank Klomfaß
Schiedsrichter: Marius Bächle, Edah Mesic
Zeitnehmer: Susanne Kleefeld
Sekretär: Elke Minder






