Die Vorzeichen könnten besser sein, wenn die HSG Willstätt-Hanauerland am Samstag um 19.30 Uhr beim TSB Schwäbisch Gmünd antritt. Nach zuletzt drei verlorenen Auswärtsspielen und der deutlichen 28:37-Niederlage beim TSV Heiningen steckt die Mannschaft von Trainer Michael Bohn in einer schwierigen Phase. Vom zwischenzeitlichen dritten Tabellenplatz ist die HSG auf Rang sieben abgerutscht – doch der Blick soll bewusst nicht auf die Tabelle gehen.
„Wir dürfen uns davon nicht verrückt machen lassen“, hatte Bohn bereits in der vergangenen Woche betont. Vielmehr gehe es darum, wieder zu den eigenen Tugenden zu finden. „Wir müssen ein ordentliches Spiel machen und Schritt für Schritt aus dem Tal herauskommen“, lautet die Devise vor dem zweiten von drei Auswärtsspielen in Serie.
Gerade die personelle Situation macht es den Hanauerländern aktuell nicht leicht. Mit Lennart Cotic fehlt seit Wochen ein Unterschiedsspieler, der im Hinspiel gegen Schwäbisch Gmünd noch 13 Treffer erzielt hatte. Auch Dinko Dodig, wichtiger Faktor auf Linksaußen und im Innenblock der Abwehr, musste zuletzt passen und droht weiterhin auszufallen. Zusätzlich ist der Einsatz von Luka Karic nach dem erneuten Aufbrechen einer Schulterverletzung fraglich – damit könnte der ohnehin dünn besetzte Innenblock weiter geschwächt sein.
Als wäre das nicht genug, kämpft die HSG auch im Rückraum mit Ausfällen. Ajdin Alkic und Mikka Huber konnten unter der Woche nicht trainieren, zeitweise standen Michael Bohn nur sechs Feldspieler aus dem Regionalliga-Kader zur Verfügung. „Es sieht im Moment nicht toll aus“, sagt der Trainer offen – ohne jedoch den Glauben an seine Mannschaft zu verlieren.
Mit dem TSB Schwäbisch Gmünd wartet nun eine der spielstärksten Mannschaften der Liga. Die Ostwürttemberger liegen auf Rang drei und haben am vergangenen Spieltag sogar Tabellenführer Albstadt mit 38:34 besiegt. Ein eingespieltes Team, hohes Tempo und viel individuelle Klasse – Namen wie Tom Abt, Niklas Butsche oder Torhüter Daniel Mühleisen stehen sinnbildlich für die Qualität des Gegners.
Und doch: Abschreiben will Michael Bohn das Spiel keineswegs. „Zu Hause sind sie sehr stabil, aber auch sie haben schon Heimspiele verloren“, erinnert er an die Niederlagen gegen Steißlingen und Neuenbürg. Hoffnung schöpft die HSG aus genau diesen Momenten – und aus dem festen Willen, sich auch in schwierigen Zeiten nicht hängen zu lassen.
Die Ausgangslage ist herausfordernd. Aber manchmal entstehen genau aus solchen Situationen die Spiele, die eine Mannschaft zusammenschweißen.






