Für Michael Bohn gibt es vor der Auswärtsaufgabe seiner HSG Willstätt-Hanauerland bei der MTG Wangen kein Wenn und Aber. „Wenn wir Ambitionen nach vorne haben, müssen wir am Samstag gewinnen“, sagt der HSG-Trainer vor der Regionalliga-Partie am Samstag um 20 Uhr im Allgäu.
Die Ausgangslage ist aus Sicht der HSG klar: Mit einem Auswärtssieg kann das Team (7. Platz/28:16 Punkte) den Anschluss an die Aufstiegsplätze halten. Der Rückstand auf Spitzenreiter HSG Albstadt beträgt derzeit fünf Punkte, auf den Tabellenzweiten TSV Heiningen (32:14) sogar nur zwei Minuspunkte. „Alles ist eng beisammen“, betont Bohn. Ein Erfolg in Wangen wäre zudem die perfekte Ausgangsposition für das nächste Heimspiel: Am 14. März kommt mit dem punktgleichen TuS Steißlingen ein direkter Konkurrent in die Hanauerlandhalle.
Nach zwei deutlichen Auswärtsniederlagen in Heiningen (27:38) und Schwäbisch Gmünd (27:41) hat die HSG zuletzt wieder in die Spur gefunden. Beim Vorletzten Plochingen gelang ein knapper 37:36-Erfolg, am vergangenen Wochenende folgte ein 29:27-Heimsieg gegen die SG Weinstadt. Dennoch blieb nach dem Spiel ein gemischtes Gefühl, denn in der Schlussphase hatten die Willstätter einen komfortablen Zehn-Tore-Vorsprung fast noch verspielt.
„Das war diesmal keine Kraftfrage, sondern die Konzentration hat nachgelassen. Der Schlendrian hat sich eingeschlichen und alle erfasst“, erklärte Bohn nach der gemeinsamen Analyse mit der Mannschaft im Training. Für das Spiel in Wangen fordert der Trainer deshalb mehr Konstanz: „Wir brauchen mehr Stabilität in unserer Leistung – nicht nur über 40 Minuten, sondern über 60.“
Verletzungssorgen begleiten die HSG
Personell bleibt die Situation bei der HSG allerdings angespannt. Positiv ist, dass Toptorjäger der Hinrunde Lennart Cotic am vergangenen Wochenende nach mehr als drei Monaten Pause wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers sein Comeback feiern konnte und gleich vier Treffer erzielte. Auch Kreisläufer Moritz Schade ist nach überstandener Grippe wieder ins Team zurückgekehrt.
Im Training unter der Woche musste Bohn jedoch neue Rückschläge verkraften. Bei Linkshänder Ilja Kosmirak brach eine alte Fußverletzung wieder auf, der Halbrechte fällt am Wochenende sicher aus. Kreisläufer und Abwehrspieler Luka Karic knickte um, dürfte aber einsatzfähig sein. Fraglich sind dagegen die Einsätze von Tristan Meder, der sich eine Kapselverletzung am kleinen Finger der Wurfhand zuzog, sowie von Rückraumspieler Joffrey Bonnemberger, der seit dem Weinstadt-Spiel mit einem geschwollenen Handgelenk pausieren musste.
„Der eine kommt, zwei andere gehen“, beschreibt Bohn die derzeitige Situation im Kader.
Schwierige Aufgabe in der „lautesten Halle der Liga“
Dass die Aufgabe in Wangen alles andere als einfach wird, ist der HSG bewusst. Zwar steht die MTG Wangen mit 14:30 Punkten auf Platz 13 der Tabelle, doch den Großteil ihrer Punkte holten die Allgäuer vor heimischem Publikum. In der engen Argenhalle sorgen regelmäßig 500 bis 600 Zuschauer für eine intensive Atmosphäre.
„Das ist die lauteste Halle der Liga“, sagt Bohn. Gerade deshalb müsse seine Mannschaft über die gesamte Spielzeit konzentriert auftreten. „Die letzten 20 Minuten wie gegen Weinstadt darfst du dir in Wangen nicht erlauben. Dann sind die Punkte weg.“
Schon im Hinspiel hatte sich Wangen als unangenehmer Gegner erwiesen, auch wenn die HSG damals mit 39:34 die Oberhand behielt. Immerhin müssen die Gastgeber weiterhin auf ihren besten Spieler verzichten: Spielmacher Aaron Mayer fällt seit November mit einem Achillessehnenriss aus.
Trotz aller personellen Fragezeichen ist das Ziel der HSG klar: Mit einer stabilen Leistung über 60 Minuten sollen die nächsten zwei Punkte eingefahren werden, um im Rennen um die Spitzenplätze weiter Druck zu machen.






