HSG Willstätt-Hanauerland zeigt tolle Moral beim 31:29-Auswärtssieg in Wangen

Mit einer beeindruckenden Aufholjagd hat die HSG Willstätt/Hanauerland am Samstagabend in der Handball-Regionalliga einen wichtigen Auswärtssieg gefeiert. Beim abstiegsbedrohten Gastgeber MTG Wangen setzten sich die Hanauerländer nach einem deutlichen Pausenrückstand noch mit 31:29 (10:15) durch und feierten damit den dritten Sieg in Folge. „Das tut gut“, meinte HSG-Trainer Michael Bohn nach dem hart erkämpften Erfolg erleichtert.

Durch den Sieg verbesserte sich die HSG (30:16 Punkte) in der Tabelle von Rang sieben auf Platz sechs und schuf gleichzeitig die Voraussetzungen für ein echtes Spitzenspiel am kommenden Samstag in der Hanauerlandhalle. Dann gastiert der punktgleiche Tabellenfünfte TuS Steißlingen zum südbadischen Derby.

Guter Start – dann reißt der Faden

Die HSG begann eigentlich ordentlich in der Argenhalle. Nach dem frühen Rückstand brachte zunächst Lucas Limouzin seine Mannschaft beim 1:1 (4.) zurück ins Spiel, ehe Illia Hreblev mit einem verwandelten Siebenmeter in der 6. Minute erstmals die Führung zum 3:2 erzielte. Wenig später erhöhte Ajdin Alkic sogar auf 4:2 (7.).

Doch danach verlor die Offensive der Hanauerländer zunehmend den Rhythmus. Zwar gelang Alkic noch das 8:8 (17.), doch in der Folge häuften sich technische Fehler und Fehlwürfe. Wangen nutzte dies konsequent aus und zog mit schnellen Gegenstößen davon. Über 11:8 (20.) und 13:9 (23.) setzte sich die MTG schließlich auf 14:9 (26.) ab. Kurz vor der Pause traf Lucas Limouzin zwar noch zum 10:14, doch mit dem 15:10 (28.) ging Wangen mit einem komfortablen Vorsprung in die Kabine.

„Vor der Pause war nur der Angriff fehlerhaft, sodass wir einen Konter nach dem anderen kassierten“, analysierte Trainer Bohn später.

Wangen zieht auf sechs Tore davon

Auch der Start in die zweite Halbzeit verlief zunächst schwierig. Wangen erhöhte innerhalb weniger Minuten auf 17:11 (31.) und baute den Vorsprung wenig später auf 18:12 (33.) aus. Beim 19:13 (34.) lag die HSG sogar mit sechs Toren zurück. Doch genau in dieser Phase zeigte die Mannschaft ihre Moral.

Sieben gegen sechs bringt die Wende

Trainer Bohn stellte im Angriff komplett auf Sieben-gegen-Sechs um – und das Spiel kippte. Mit einem zusätzlichen Kreisläufer erhöhte die HSG den Druck auf die Wangener Abwehr.

Zunächst verkürzten Moritz Schade (36.) und Torhüter Maxime Duchene, der selbst zum 16:19 (36.) traf. Kurz darauf startete Lennart Cotic seine starke Schlussphase: Mit seinem Treffer zum 19:21 (41.) leitete der Halblinke die Aufholjagd ein. Nur gut eine Minute später verkürzte er weiter auf 20:21 (42.). Wangen hielt zunächst dagegen und führte noch mit 22:20 (43.), doch dann drehte die HSG endgültig auf.

Cotic dreht auf – Hreblev bleibt eiskalt

In der 45. Minute gelang Lennart Cotic zunächst der Anschlusstreffer zum 21:22, ehe er nur Sekunden später den 22:22-Ausgleich (45.) erzielte. Die Partie war wieder völlig offen. Kurz darauf brachte Fabian Reith die HSG erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung (23:22/49.). Zwar glich Wangen noch einmal zum 23:23 aus, doch Illia Hreblev antwortete im direkten Gegenzug mit dem 24:23 (49.). Der ukrainische Rechtsaußen spielte eine überragende Partie und verwandelte alle seine Würfe. Auch vom Siebenmeterpunkt blieb er nervenstark – etwa beim 27:24 (54.).

Als Cotic mit seinem nächsten Treffer auf 28:25 (55.) stellte und Hreblev kurz darauf das 29:26 (56.) erzielte, war die Partie endgültig auf die Seite der Gäste gekippt. Duchene hält Siebenmeter – HSG bringt Sieg über die Zeit

Auch die Defensive hatte großen Anteil an der Wende. Im Innenblock stabilisierten Luka Karic und seine Nebenleute die Abwehr, während Torhüter Maxime Duchene in der entscheidenden Phase immer stärker wurde. Beim Stand von 22:20 für Wangen parierte er zudem einen Siebenmeter – ein wichtiger Moment im Spiel.

In der Schlussphase sorgten Cotic (30:26/57.) und Limouzin (31:26/58.) für die Vorentscheidung. Zwar kam Wangen in den letzten Minuten noch auf 29:31 heran, doch die HSG ließ sich den verdienten Auswärtssieg nicht mehr nehmen.

Trainer lobt Moral – Hreblev „Man of the Match“

„Die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit richtig gut gespielt und trotz der unterirdischen 15 Minuten in der ersten Hälfte eine Top-Moral gezeigt“, lobte Michael Bohn seine Spieler.

Ein Sonderlob erhielt Illia Hreblev, der alle zehn Würfe verwandelte und zusätzlich vier Bälle in der Abwehr abfing. „Illia hat ein unglaubliches Spiel gemacht“, sagte Bohn. Entsprechend wurde der Rechtsaußen nach der Partie auch von den Zuschauern zum Man of the Match gewählt. Auch Lennart Cotic überzeugte nach seinem Comeback: Alle sieben Treffer des Halblinken fielen in den letzten 20 Minuten – und waren entscheidend für die spektakuläre Wende.

Mit diesem Sieg reist die HSG nun mit viel Rückenwind in das kommende Spitzenspiel gegen den TuS Steißlingen.

MTG Wangen: Max Weber (9), Marius Mücke (5), Yannik Schopp (4), Michel Fischer (3), Stefan Dohrn (2), Moritz Sellschopp (2), Luis Gapp (1), Lukas Hölle (1), Elia Mayer (1), Christian Vonier (1), Manuel Kuhnt, Linus Maier, Simon Natterer, Fabian Pentzlin, Elias Preuschl
Offizielle: Timo Feistle, Anika Hommel, Aaron Mayer, Tobias Müller

HSG Willstätt-Hanauerland: Illia Hreblev (10), Lennart Cotic (7), Ajdin Alkic (3), Dinko Dodig (3), Lucas Limouzin (3), Moritz Schade (3), Maxime Duchene (1), Fabian Reith (1), Joffrey Bonnemberger, Luka Karic, Tristan Meder, Gunther Zölle
Offizielle: Michael Bohn, Ole Andersen, Frederik Beker, Frank Klomfaß

Schiedsrichter: Christian Gebele, Timo Widmann
Zeitnehmer: Frithjof Baaken
Sekretär: Elke Minder

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