Die HSG Willstätt-Hanauerland hat ihren Fans am Samstagabend alles geboten: Kampf, Leidenschaft und Emotionen. Doch am Ende musste sich das Team von Michael Bohn dem VfL Waiblingen mit 32:35 geschlagen geben. Eine Niederlage, die weh tut – weil sie zeigt, was möglich gewesen wäre.
Schon vor dem Anpfiff war klar, dass die Voraussetzungen alles andere als ideal waren. Zahlreiche Ausfälle und angeschlagene Spieler zwangen die HSG einmal mehr an ihre Grenzen. Doch was die Mannschaft daraus machte, verdiente großen Respekt.
Waiblingen erwischte zwar den besseren Start und ging nach 48 Sekunden mit 0:1 in Führung, doch Ilja Kosmirak sorgte früh für den Ausgleich zum 1:1 in der vierten Minute. In der Folge entwickelte sich ein intensives Spiel auf Augenhöhe. Immer wieder setzte die HSG Zeichen: Ilja Kosmirak traf zum 4:4 nach knapp sieben Minuten, Illia Hreblev glich zum 5:5 aus.
In der 16. Minute war es dann Dinko Dodig, der die Hanauerländer erstmals in Führung brachte – 8:7. Die Halle war da, die Mannschaft war da, und man spürte, dass an diesem Abend etwas gehen konnte. Joffrey Bonnemberger stellte in der 21. Minute auf 10:10, und in der Schlussphase der ersten Hälfte belohnte sich die HSG für ihren Aufwand: Illia Hreblev per Siebenmeter, Ilja Kosmirak und schließlich Luka Karic mit dem Treffer zum 14:13 sorgten für eine verdiente Pausenführung.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die HSG zunächst am Drücker. Tristan Meder erhöhte direkt auf 15:13, Ilja Kosmirak legte wenig später das 16:14 nach. Doch dann folgte die Phase, die das Spiel entschied.
Innerhalb weniger Minuten verlor die HSG den Zugriff. Waiblingen nutzte jede Gelegenheit und drehte die Partie von 16:15 auf 16:20. Besonders bitter war die Zeitstrafe gegen Ilja Kosmirak, die das Team zusätzlich schwächte. In dieser Phase machte sich der Kräfteverschleiß deutlich bemerkbar.
Doch die HSG gab sich nicht auf. Dinko Dodig brachte sein Team wieder auf 18:20 heran, Ajdin Alkic traf zum 19:21, und Illia Hreblev übernahm Verantwortung vom Siebenmeterpunkt. Doch Waiblingen blieb konsequent und hielt den Abstand.
Als die Gäste auf 20:24 und später 21:26 davonzogen, wurde die Aufgabe immer schwieriger. Dennoch stemmte sich die HSG weiter dagegen. Luka Karic und Tristan Meder verkürzten noch einmal, und auch Joffrey Bonnemberger setzte wichtige Treffer.
In der Schlussminute zeigte Illia Hreblev mit drei Toren noch einmal seinen unbedingten Willen, doch die Partie war da bereits entschieden.
Nach dem Spiel fand Trainer Michael Bohn klare Worte:
„Heute haben wir für die Ausfälle der letzten Wochen bezahlt. Wir waren physisch ganz weit weg und auch der Kopf war nicht da, dass wir eine Wende hätten schaffen können. Wir hatten personell einfach keine Möglichkeiten.“
Und genau das war auf dem Feld zu sehen: Ohne Lennart Cotic, Aron Zimmermann und Lucas Limouzin sowie mit den angeschlagenen Ajdin Alkic und Joffrey Bonnemberger hat die Mannschaft alles investiert, was möglich war.
Durch die Niederlage verpasst die HSG den Sprung auf Platz zwei und geht nun als Fünfter in die Osterpause. Doch aufgegeben wird nicht. „Wir geben nicht auf“, betont Michael Bohn.
Nach der Pause wartet das Heimspiel gegen den TSV Weinsberg – der Start in die entscheidende Phase der Saison.
Jetzt gilt mehr denn je: zusammenstehen, gemeinsam kämpfen und weiter alles für die HSG geben.
HSG Willstätt-Hanauerland: Ilja Kosmirak (10), Illia Hreblev (9), Joffrey Bonnemberger (3), Dinko Dodig (3), Luka Karic (2), Tristan Meder (2), Ajdin Alkic (1), Fabian Reith (1), Moritz Schade (1), Maxime Duchene, Lorenz Schmid, Gunther Zölle
Offizielle: Michael Bohn, Frederik Beker, Frank Klomfaß, Alexander Pfeiffer
VfL Waiblingen Handball: Niklas Leukert (9), Martin Lübke (6), Lars Berlich (5), David Schröder (5), Lukas Ader (3), Lion Haase (2), Levin Stasch (2), Philipp Wiedemann (2), Hannes Schönemann (1), Marco Brecht, Dominik Burgi, Holger Mayer, Sören Schmid
Offizielle: Susanne Leithner, Evgeni Prasolov
Schiedsrichter: Stephan Long, Sebastian Schott
Zeitnehmer: Elke Minder
Sekretär: Miriam Ader






