HSG kämpft sich mehrfach zurück, doch der Aufsteiger behält in der Schlussphase die Nerven
Es war angerichtet für ein echtes Handballfest – und rund 600 Zuschauer in der Sporthalle Meißenheim sorgten am Freitagabend für eine fantastische Derbykulisse. Am Ende aber blieb für die HSG Willstätt-Hanauerland nur die Enttäuschung. Unsere Mannschaft musste sich dem Aufsteiger HTV Meißenheim mit 30:35 (16:16) geschlagen geben und wartet damit auch nach dem dritten Saisonspiel weiterhin auf die ersten Punkte.
Dabei waren die Voraussetzungen für die HSG alles andere als optimal. Mit Illia Hreblev (Kreuzbandverletzung) und Lorenz Schmid (Handbruch) fehlten weiterhin zwei wichtige Akteure. Kurzfristig musste Trainer Ole Andersen zudem auf Dinko Dodig verzichten, der aufgrund von Rückenproblemen nicht zur Verfügung stand.
Die HSG hatte sich viel vorgenommen. Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart sollte im Ortenau-Derby endlich die Wende gelingen. Die Partie begann entsprechend intensiv und entwickelte sich von Beginn an zu einem offenen Schlagabtausch.
HSG erwischt starke Phase
Meißenheim erwischte zunächst den besseren Start und legte mehrfach vor. Doch die HSG blieb dran und fand immer besser ins Spiel. Vor allem Lucas Limouzin zeigte sich in der Anfangsphase treffsicher und brachte unsere Mannschaft immer wieder zurück.
Nach dem 9:7 für die Gastgeber drehte die HSG sogar kurzfristig die Partie. Ilja Kosmirak übernahm Verantwortung und erzielte innerhalb kurzer Zeit drei Treffer in Folge. Aus dem 10:10 wurde eine 13:10-Führung für die HSG. Die Gastgeber reagierten mit einer Auszeit.
Doch Meißenheim ließ sich nicht abschütteln. Das Derby blieb eng und umkämpft. Kurz vor der Pause lag unsere Mannschaft noch mit 15:14 vorne, ehe der HTV zum 16:16-Halbzeitstand ausglich.
Nach 30 Minuten war damit noch alles offen.
Meißenheim kommt besser aus der Kabine
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Derby zunächst völlig offen. Meißenheim legte vor, die HSG antwortete. Beim 22:20 hatten sich die Gastgeber erstmals einen kleinen Vorsprung erarbeitet.
Doch dann zeigte unsere Mannschaft eine ihrer besten Phasen des Spiels.
Mit viel Druck und Tempo kämpfte sich die HSG zurück. Ajdin Alkic, Lennart Cotic, Moritz Schade und Enrico Retz sorgten mit ihren Treffern dafür, dass aus dem 23:20 innerhalb weniger Minuten eine 24:23-Führung für die HSG wurde.
Die Partie war nun endgültig ein echter Derby-Krimi.
Beim 24:24 war wieder alles ausgeglichen. Anschließend legte Meißenheim vor, doch Ajdin Alkic antwortete sofort. Nach dem 25:25 entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem beide Mannschaften um jeden Ball kämpften.
HSG bleibt bis zum 30:29 dran
Die entscheidende Phase begann beim Stand von 27:25 für Meißenheim. Die HSG gab sich nicht geschlagen und blieb weiter in Schlagdistanz.
Lennart Cotic verkürzte auf 28:27 und wenig später erneut auf 30:28. Dann war es Ilja Kosmirak, der mit dem 30:29 für die HSG noch einmal für Hoffnung sorgte.
Noch waren rund sechs Minuten zu spielen.
Doch genau in dieser Phase kippte das Spiel endgültig. Mit Ilja Kosmirak und Lennart Cotic mussten ausgerechnet zwei unserer erfolgreichsten Torschützen kurz hintereinander für zwei Minuten auf die Bank. Die HSG musste die entscheidenden Minuten in doppelter Unterzahl bestreiten.
Meißenheim nutzte diese Gelegenheit konsequent. Philipp Hasemann traf zum 31:29, Enrico Retz konnte noch einmal auf 31:30 verkürzen. Doch anschließend setzte sich der HTV endgültig ab.
Alexander Velz, Max Zürcher und Philipp Hasemann sorgten mit drei Treffern in Folge für die Vorentscheidung. Als Zürcher kurz vor Schluss per Siebenmeter zum 35:30 traf, war die Derby-Niederlage der HSG endgültig besiegelt.
Bittere Niederlage – aber keine fehlende Moral
Die Enttäuschung bei unserer Mannschaft war nach dem Schlusspfiff natürlich riesig. Über weite Strecken hatte die HSG gezeigt, dass sie das Derby unbedingt gewinnen wollte und sich mehrfach aus schwierigen Situationen zurückgekämpft.
Doch in den entscheidenden Momenten fehlte die nötige Ruhe und Konsequenz.
„Über 60 Minuten hinweg gelingt es uns aktuell noch nicht, konstant konzentrierte Leistung abzurufen. Meißenheim hat heute verdient gewonnen“, zeigte sich HSG-Trainer Ole Andersen nach der Partie als fairer Verlierer.
Besonders bitter: Trotz der starken Unterstützung der HSG-Fans und einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie steht unsere Mannschaft nach drei Spieltagen weiterhin ohne Punkt da.
Für die HSG trafen Ilja Kosmirak (8), Lennart Cotic (6), Ajdin Alkic (6), Lucas Limouzin (6), Enrico Retz (2), Moritz Schade (1) und Luka Karic (1).
Jetzt heißt es: Kopf hoch und weitermachen
Die ersten drei Saisonspiele sind sicherlich nicht so gelaufen, wie wir uns das alle vorgestellt haben. Doch gerade jetzt gilt es, zusammenzustehen. Die Mannschaft hat in Meißenheim erneut gezeigt, dass sie sich zurückkämpfen kann. Was fehlt, ist die Konstanz über die kompletten 60 Minuten.
„Wenn wir ruhig bleiben und unsere Spielzüge konsequent zu Ende spielen, sind wir stark und können unser Potenzial zeigen. Sobald jedoch Hektik aufkommt, machen wir unnötige Fehler und bringen damit Unruhe in unser Spiel“, analysierte Ole Andersen.
Viel Zeit bleibt nicht. Bereits am Sonntag 17:00 Uhr wartet mit dem Heimspiel gegen HSG Ostfildern die nächste Aufgabe.
Jetzt heißt es: Mund abputzen, zusammenrücken und weiterkämpfen.
Unsere Saison beginnt jetzt erst richtig. Kopf hoch, HSG!







