32:30 beim TVS Baden-Baden – nach 18:13-Rückstand zeigt die HSG eine überragende zweite Halbzeit
Was für ein Derbyabend für die HSG Willstätt-Hanauerland! Unsere Mannschaft hat am Freitagabend beim TVS Baden-Baden einen bereits verloren geglaubten Punktgewinn noch in einen 32:30-Auswärtssieg verwandelt. Nach einem zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand zeigte die HSG vor allem nach der Pause eine beeindruckende Reaktion und belohnte sich für eine starke zweite Halbzeit.
Dabei begann der Abend mit einer gehörigen Portion Aufregung. Kurz vor dem geplanten Anpfiff ertönte in der proppenvollen Rheintalhalle der Feueralarm. Die Halle musste komplett evakuiert werden. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Da der Alarm allerdings nur durch die Feuerwehr abgeschaltet werden konnte, rückte diese gleich mit fünf Fahrzeugen an. Erst nachdem Entwarnung gegeben wurde, konnten Spieler und Zuschauer zurück in die Halle. Der Anpfiff verzögerte sich dadurch bis 21:15 Uhr.
HSG kämpft sich nach Rückstand zurück
Auch sportlich musste unsere Mannschaft zunächst einige Rückschläge verkraften. Maxime Duchene hatte sich im Training am Donnerstag einen Pferdekuss zugezogen und konnte ebenso wie Lorenz Schmid und Illia Hreblev nicht mitwirken. Damit stand der zuletzt überragende Routinier Gunter Zölle von Beginn an im HSG-Tor. Als Ersatzkeeper war Nachwuchstalent Finn-Luca Reitter aus dem Perspektivkader dabei.
Die HSG fand zunächst gut ins Spiel, musste aber nach einer ausgeglichenen Anfangsphase den Gastgeber immer wieder davonziehen lassen. Baden-Baden nutzte einige HSG-Fehler konsequent und ging schließlich mit einer 18:13-Führung in die Halbzeitpause.
HSG-Trainer Ole Andersen sah dabei vor allem die letzten Minuten des ersten Durchgangs als Knackpunkt:
In der Kabine hieß es deshalb: Reset drücken!
Ole Andersen fand in der Halbzeit allerdings genau die richtigen Worte.
„Die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit haben uns die zwei Zeitstrafen aus dem Rhythmus gebracht. Dann war unser bis dato erfolgreiches 7 gegen 6 kaputt und wir bekamen einfache Tore durch technische Fehler ins leere Tor.“
Doch anstatt sich über die verlorene erste Halbzeit weiter zu ärgern, entschied sich die Mannschaft gemeinsam für einen Neustart.
Zweite Halbzeit mit einer anderen HSG
Und genau das setzte unsere Mannschaft eindrucksvoll um. Nach dem Seitenwechsel stand die HSG deutlich stabiler, spielte konzentrierter und machte wesentlich weniger Fehler. Schritt für Schritt wurde der Rückstand abgetragen.
Tristan Meder brachte mit seinem Tempo zusätzlichen Schwung ins Angriffsspiel. Davon profitierte insbesondere Ilja Kosmirak, der die sich bietenden Räume konsequent nutzte.
Gleichzeitig wurde Gunter Zölle immer mehr zum wichtigen Rückhalt. Die HSG kämpfte sich zurück ins Spiel und schaffte schließlich den Ausgleich.
Was danach folgte, war ein echter Nervenkrimi. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, doch unsere Jungs behielten in der entscheidenden Phase die Ruhe.
Cotic bleibt vom Siebenmeterpunkt eiskalt
Einen ganz besonderen Anteil am Derbysieg hatte Lennart Cotic.
Unser Topscorer übernahm gerade in den entscheidenden Momenten Verantwortung und erzielte insgesamt zwölf Treffer. Besonders beeindruckend: Sieben Siebenmeter – sieben Treffer.
„Überragend war Lennart Cotic. Er setzte entscheidende Akzente im Spiel, traf fünfmal in den wichtigsten Situationen und verwandelte 100 Prozent, sieben von sieben Siebenmeter, eiskalt. Das musst du in einem nervenaufreibenden Derby erstmal hinbekommen“, lobte Ole Andersen seinen Rückraumspieler.
In der Schlussphase brachte Cotic die HSG mit seinen Treffern entscheidend nach vorne. Baden-Baden versuchte noch einmal alles, doch unsere Mannschaft ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen.
Am Ende stand ein 32:30-Derbysieg auf der Anzeigetafel.
„In der zweiten Halbzeit haben wir kaum Fehler gemacht“
Ole Andersen zeigte sich nach dem Schlusspfiff vor allem mit der Reaktion seiner Mannschaft zufrieden:
„Wir haben über weite Strecken ein hervorragendes Spiel gezeigt. In der zweiten Halbzeit haben wir kaum Fehler gemacht.“
Und genau das war der Schlüssel zum Erfolg. Nach dem schwierigen ersten Durchgang fand die HSG zurück zu ihrem Spiel, kämpfte gemeinsam und bewies einmal mehr, dass sie auch schwierige Situationen drehen kann.
Fünf Tore Rückstand zur Pause – zwei Tore Vorsprung am Ende.
Das ist Derbymentalität!
Mit dem zweiten Sieg in Folge nimmt unsere Mannschaft damit weiteren Schwung auf. Jetzt gilt es, diese Entwicklung fortzusetzen und die positiven Ansätze aus den vergangenen Spielen weiter auszubauen.
Starke Reaktion, Jungs!
Torschützen:
HSG Willstätt-Hanauerland: Lennart Cotic 12, Ilja Kosmirak 5, Lucas Limouzin 3, Ajdin Alkic 3, Eliot Regnery 3, Dinko Dodig 2, Moritz Schade 2, Tristan Meder 1, Tom-Linus Kahle 1.
TVS 1907 Baden-Baden: Maximilian Strüwing 8, Julian Schlager 4, Bennet Löhmar 4, Lukas Veith 3, Bennet Löhmar 4, Luis Materna 2, Luca Schlageter 2, Tim Krauth 2, Luis Klingler 2, Maximilian Vollmer 2, André Ockert 1.







